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Samstagnachmittag halb vier ist Raubüberfall.
Nicht immer, doch einigermaßen regelmäßig.
Dann
legen die Spessarträuber einen mittelstarken Baumstamm über
die Straße, verkriechen
sich hinter Busch und Strauch und warten
ab.
Bald rollt der Reisebus heran, stoppt an der Straßensperre.
Zerzauste in geflickte Gewänder
gehüllt, mit Pistole, Gewehr
und Messer bewaffneteGesellen springen aus dem Versteck her-
vor,
reißen
Bustüren auf, brüllen
aus Leibeskräften: „Überfall Aussteigen! Schnell
Schnell”.
Nach dem
ersten Schreck folgen die Überfallenen gemächlich manche
auch unwillig den
schrillen Anweisungen, Halseisen und Handfesseln
werdenden Aufmüpfigsten angelegt.
Bereitwillig lassen sich nun
alle in den nahen Wald entführen.
Es folgt ein halbstündiges Spektakel mit hochpeinlicher Befragung
sowie Androhung des
Aufknüpfers mit Strick und Aufhängen
am nächsten
Baum verbunden mit Hohn, Spott und
einer Atmosphäre wie man
Sie nur von Hören und Sagen aus füheren Zeiten der Spessart-
räuber
kennt.
Nach einer Weile löst sich die böse Tat aber in Wohlgefallen
auf. Die Räuber spendieren einen Schnaps, angereichert wie
Sie behaupten mit Schneckenschleim, Fliegeneiern und giftigen Waldpilzen.
Die Überfallenen
schütteln sich, würgen den Räuberlikör dann
mutig runter.
Natürlich
handelt es sich hierbei um einen Spessarträuber Halbbitter,
des Spessarträubers Lieblingsgetränk, den es sogar auf
Anfrage bei Ihrem Gastwirt als guter „Halbbitter” gibt.
Unterdessen singen, tanzen und springen die Gauner fröhlich
durch den Wald, die Gäste
schunkeln munter mit. Fast wie im
Wirtshaus im Spessart. Ein heißer Glüh-/Apfelwein vom
Lagerfeuer erhitzt beschließt den
ernst-fröhlichen Überfall.
Die Reisenden bekommen den erbeuteten Schmuck, Wertsachen, Uhren
usw. wieder zurück
und setzen die Fahrt fort, mancher mit ein
paar Rußflecken im Gesicht als Erinnerung an den überstandenen Überfall
und Schrecken. Als kleine zusätzliche Attraktion kann sich
der Gast
von den Original Mespelbrunner Spessarträubern als Erinnerung
sogar noch eine Räuber-
Urkunde mit genauer Uhrzeit, Tag, wann
ihm sozusagen die Räuber heimsuchten, erwerben.
Die Räuber machen sich bereit für den nächsten Einsatz.
Die Zeit drängt: Ein weiterer Bus
ist für halbfünf
angesagt. Natürlich sind die Überfälle keine ernste
Angelegenheit und erwischen
die Reisenden meist nicht aus heiterem
Himmel. In so manchem Spessartdort läßt sich ein
Überfall
auch vorbestellen. Zum Beispiel in Mespelbrunn wo die Laienschauspielschar
der Spessartbühne
mehr als hundertmal im Jahr zum Rauben ausrückt und der örtliche
Bank-
direktor der Chef der Bande ist.
Was heute im Spessart als Jux
und Spaß vorgeführt
wird, war noch vor 200 Jahren bittere Wirklichkeit. Bunt zusammengewürfelte
Gaunerbanden überfielen
Postkutschen wie Einzel-
reisende aus Not, Armut, Hunger treiben manchen
ins Ungerecht. Viele fanden aber auch aus
reiner Lust und Habgier
zum Verbrechen.
Wilhelms Hauffs Erzählung “Das
Wirthaus im Spessart” ist nah bei der Wahrheit. In der Regel
aber gingen die Überfälle nicht so glimpflich aus. Das
Schweinfurter Kreuz bei Rohrbrunn
erinnert an den Kaufmann Georg
Backmund, der dort am 2. April 1809 erschlagen und
ausgeraubt wurde.
Zum Angebot 'Mespelbrunner Spessarträuber
2010
Räuberhotline: 0171-7 80 90 83
Buchung: Günther Köstler
Spessartstr. 16
63875 Mespelbrunn
E-Mail: guentherkoestler@web.de
http://www.mespelbrunner-spessartraeuber.de
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